Ignoranz + Arroganz = Irrelevanz? Warum wir bei KI jetzt handeln müssen! | EP 220

Ignoranz + Arroganz = Irrelevanz? Warum wir bei KI jetzt handeln müssen! | EP 220

Ignoranz + Arroganz = Irrelevanz? In einer Welt, die sich durch Künstliche Intelligenz in Lichtgeschwindigkeit dreht, ist Abwarten keine Option mehr.

Thomas Barsch spricht in dieser Folge mit Stefan Unger (Miller Meier Consulting & degepol) über den radikalen Wandel in der Nische der Politikberatung.

 

Warum KI nicht den Menschen, sondern den „KI-unfähigen“ Experten ersetzt und wie man 120-seitige Gesetzestexte effizienter analysiert, erfährst du in diesem Deep Dive. Werde „KI-ready“ oder riskiere deine Relevanz!

 

Warum wir bei KI jetzt handeln müssen

Die Kernbotschaft

KI wird den Experten nicht ersetzen, aber der Experte mit KI-Exzellenz wird denjenigen ohne diese Kompetenz ablösen. In der Politikberatung bedeutet das den Übergang von manueller Textarbeit zu KI-gestützter Analyse, um schneller und präziser auf legislative Veränderungen (wie das Apothekengesetz) reagieren zu können.

Die 3 wichtigsten Takeaways

  • Reflexion statt Technik-Hype: Es geht nicht um das neueste Modell, sondern darum, die eigenen methodischen Grenzen zu verstehen und durch KI zu erweitern.
  • erantwortung bleibt menschlich: Der „Human in the Loop“ ist unverzichtbar. KI generiert Entwürfe, aber der Mensch trägt die Verantwortung für die politische Botschaft.
  • KI-Ready werden: Unternehmen müssen ihren Markenkern identifizieren und prüfen, wie KI diesen stärken kann (z.B. als Sparringspartner zur Vorbereitung auf politische Gespräche).

Ethische Leitplanken (Digipol & Miller Meier)

Um Vertrauen in der Politikberatung zu sichern, setzen die Experten auf klare Prinzipien:

  • -Kennzeichnungspflicht: KI-Inhalte müssen transparent gemacht werden.
  • Wahrhaftigkeit: Keine Nutzung von Deepfakes oder manipulierten Daten zur Stimmungsmache.
  • 10 Gebote statt 10 Seiten: Miller Meier nutzt einfache, einprägsame Regeln (z.B. Vier-Augen-Prinzip) statt komplexer Richtlinien, um die Akzeptanz im Team zu fördern.

Weiterführende Links & RessourcenWebseite:

Miller Meier Consulting https://www.miller-meier.de/

Als spezialisierte Strategieberatung für den öffentlichen Sektor unterstützt das Team um Stephan Unger Unternehmen dabei, politische Entscheidungsprozesse zu verstehen und die eigene Interessenvertretung durch innovative Ansätze wie KI-gestütztes Monitoring zukunftssicher aufzustellen.

degepol – Deutsche Gesellschaft für Politikberatung https://www.degepol.de/

Als führende berufsständische Vereinigung setzt die degepol die ethischen und fachlichen Standards für die Branche. Im Podcast erfährst du, wie der dort verankerte Verhaltenskodex sicherstellt, dass Innovationen wie KI verantwortungsbewusst und transparent in der politischen Kommunikation eingesetzt werden.

Branchenlösung KIO Policy https://kio.space/

Diese Plattform dient als inspirierender Resonanzraum für die intelligente Verbindung von Mensch und KI. Sie bietet wertvolle Impulse, um nicht nur die technologische Seite der Digitalisierung zu verstehen, sondern auch die im Gespräch betonte methodische und philosophische Ebene zu vertiefen, die für eine echte Transformation entscheidend ist.

Transkript (KI generiert)

Stefan Unger [00:00:00]:
Es geht gar nicht notwendigerweise um das detaillierte Schulen, welches KI-Modell jetzt das bessere gerade ist oder in welchen Benchmarks irgendwo unterwegs ist, sondern methodisch zu verstehen, philosophisch vielleicht, ich weiß, dass ich nichts weiß, wo liegen meine Grenzen und wie kann ich diese Grenzen verschieben durch den Einsatz von KI?

Thomas Barsch [00:00:21]:
Grüße, ich darf euch recht herzlich begrüßen zu einer weiteren Episode des Digital Breakfast Podcasts. Und heute mit einem ganz, ganz spannenden Mann, mit dem Stefan Unger. Und was ich so spannend finde, wir gehen ja auch immer mehr in sogenannte Nischen rein und es geht heute um Politikberatung, um Lobbying und so weiter. Und ich bin gespannt, was sich in dieser Branche tut. Ganz ehrlich, was bringt dir die beste Anzeige auf Google, Instagram, Facebook oder LinkedIn, wenn diese auf einer schwachen Webseite landen? Deine Webseite ist das zentrale Marketing- und Vertriebsinstrument deines Unternehmens. Hier entscheidest du, ob aus Klicks wirklich Anfragen und Kunden werden. Auf webseiten-fuer-kmus.de erfährst du, wie du deine Seite so aufbaust, dass sie verkauft und dein Werbebudget endlich wirkt. Schau jetzt vorbei auf webseiten-fuer-kmus.de und mach deine Webseite zum stärksten Verkäufer im Unternehmen.

Thomas Barsch [00:01:26]:
Hallo Stefan.

Stefan Unger [00:01:27]:
Ja Thomas, ich freue mich. Vielen Dank. Nische trifft es, glaube ich, ganz gut. Ich bin gern ein Nischenvertreter und bin gespannt, was wir heute über unsere Nische so gemeinsam diskutieren werden. Schön, dass ich da bin.

Thomas Barsch [00:01:37]:
Ja, auch schön, dass du da bist. Ich habe davon relativ wenig Ahnung gehabt. In der Vorbereitung habe ich dann so einiges natürlich mitbekommen und finde es sehr, sehr spannend, auch mal in so einen Bereich, in so eine Branche, in so ein Vertical einzusteigen. Aber gehen wir vielleicht noch mal einen Schritt zurück. Wie bist du jetzt dahin gekommen, wo du jetzt bist? Wie war so dein Werdegang?

Stefan Unger [00:01:58]:
Politik schon immer interessant. Als Jugendlicher habe ich mich engagiert in der Schule, bin dann irgendwann auch in die Jugendorganisation einer Partei eingetreten und fand es spannend, einfach Dinge zu verändern. Und das hat begonnen damit, dass ich mich dann irgendwann aufgestellt habe zu einer Wahl für ein Kommunalparlament und gemerkt habe, toll, da kann man wirklich was verändern. Und wenn es nur um Parkbänke, bessere Beleuchtung oder so was ging, hatte dann auch sehr viel mit Haushaltspolitik zu tun. Und habe dann gemerkt, das ist eigentlich was, was ich gerne auch professionell machen möchte. Habe studiert, habe Politikwissenschaften studiert und kam dann über die Arbeit in einem Bundestagsbüro bei Sigmar Gabriel, den viele kennen, wahrscheinlich alle kennen, dann tatsächlich irgendwann in die Beratung, weil ich gemerkt habe, ich persönlich bin nicht so der Mensch erster Reihe, was Politik angeht. Mag gerne im Hintergrund arbeiten, mag mich gern in Themen vertiefen und da fand ich diesen Weg in die Strategieberatung, in die Interessenvertretung für mich einen ganz guten. Und ja, finde es immer noch spannend, mag das, dass man Am Puls der Zeit ist, an den großen Debatten, und deswegen mache ich das auch immer sehr gerne und sehr mit Herzblut.

Thomas Barsch [00:02:55]:
Sehr schön. Also ich finde es schon sehr, sehr spannend. Auch hört sich so an wie eine Berufung. Ja, du weißt ja, kennst ja den Spruch: Wer das, was er macht, als Berufung macht, muss niemals mehr arbeiten. Also ist ja dieser Spruch. Mir geht es also ähnlich. Ich freue mich auch über das, was ich machen kann, machen darf. Steigen wir mal ein.

Thomas Barsch [00:03:11]:
Wir sind ja beim Digital Breakfast sehr technisch und wir wollen ja heute auch über KI reden, künstliche Intelligenz. Was auch sonst? Wenn man mal so das rauswirft und wie ist jetzt so deine Wahrnehmung global? Wir fangen mal oben an, wir haben gesagt, wir gehen mal vom Allgemeinen ins Spezielle. Was fasziniert dich so an KI oder was beängstigt dich? Ja, vielleicht gib mal da ein Statement, wie du das siehst.

Stefan Unger [00:03:37]:
Was fasziniert mich? Ich glaube, dass KI uns die Möglichkeit gibt, die Art, wie wir arbeiten, wie wir Wert schaffen, wie wir auch Dinge in der Freizeit machen, überdenken können, ob es uns neue Möglichkeiten gibt, uns in Teilen auch neu zu erfinden oder Dinge einfach radikal anders zu machen. Kann ich gerne auch ein paar Beispiele für bringen, wie wir das sowohl beruflich wie auch privat tun. Und was mich beängstigt, ist gar nicht diese typischen Science-Fiction-Themen wie KI wird uns übernehmen und sonst was, sondern mich beängstigt, dass Menschen nicht Schritt halten mit der Entwicklung, sich zu wenig damit beschäftigen, vielleicht auch so eine Resistenzhaltung einnehmen, Wenn es das erste, zweite, dritte Mal nicht geklappt hat im Umgang oder in der Nutzung von KI und dann so dieses bewusste Wegschauen, das beängstigt mich eher, weil ich der These anhänge, dass wir jetzt ein sehr intensives Zeitalter von alle diskutieren über KI haben werden. In wenigen Jahren ist es eine Selbstverständlichkeit, da wird KI vielleicht gar nicht mehr so stark wahrnehmbar in vielen Produkten, in jeder Software, überall, wo wir uns quasi auch digital bewegen, sein. Und deswegen ist jetzt aus meiner Sicht der richtige Moment, sich damit auseinanderzusetzen und für sich selbst auch einen Umgang, Nutzungsszenarien, wir denken ja immer in Use Cases, zu finden und zu weiterzuentwickeln.

Thomas Barsch [00:04:54]:
Das ist das, was mir auch am meisten Angst macht, diese Ignoranz, die Ignoranz vor den Dingen. Ich habe da tatsächlich mal eine Formel entwickelt. Die Formel ging eigentlich in Richtung Digitalisierung. Also meine Formel heißt: Ignoranz plus Arroganz gleich Irrelevanz.

Stefan Unger [00:05:11]:
Ja.

Thomas Barsch [00:05:13]:
Und jetzt kannst du wahrscheinlich überall noch 10x dazu schreiben, weil die Digitalisierung, so sagen wir mal so, die letzten Jahre, das war schon eine extreme Geschwindigkeit. Und wir sind ja heute mit einer ganz anderen Geschwindigkeit unterwegs. Und da sehe ich auch diese, vielleicht sogar schon eine gewisse, wie soll ich sagen, Ablehnung, nein, KI, das wollen wir nicht und so weiter. Und das ist aber gar nicht mehr, in meinen Augen, gar nicht mehr die Frage, ob wir wollen, sondern die Frage ist, wie führen wir die Menschen ran, wie befähigen wir das auch eine, ich sage bewusst, größere Masse, also wir werden, einige werden leider wahrscheinlich runterkippen, das ist so, aber eine große Masse heranzuführen, um da dann einfach teilzuhaben. Ich sag's mal so, das ist das, was mich sehr beängstigt. Und da geht die Klappe schon extrem weit auseinander. Und ich habe auch ein Beispiel von meinen zwei kleinen Söhnen, 12 und 9, und der Große hat sehr viel Respekt vor der KI, sagt, er will das nicht und so. Und jetzt haben wir ihn aber so nach und nach rangeführt und er nutzt sie auch.

Thomas Barsch [00:06:24]:
Er nutzt sie wirklich aktiv. Der Kleine nutzt sie. Also der macht nur Google-Spracheingaben, wenn er was wissen will. Das musst du dir überlegen.

Stefan Unger [00:06:31]:
Neun.

Thomas Barsch [00:06:31]:
In der Grundschule wird dann schon über ChatGPT diskutiert. Aber das sind dann halt die, das sind auch nicht alle, ja. Aber ihn interessiert es. Und jetzt hätten wir wieder den Brennpunkt Social Media verbieten. Ich sage, nee, Social Media eher Medienkompetenz vermitteln, dass sie wissen, was ist Fake, was ist nicht Fake. Weil er kommt tatsächlich zu mir, zeigt mir was und dann gucke ich ihn an, sagt er, ja Papa, ich weiß, es ist Fake. So. Und da bin ich dann immer ein bisschen stolz.

Thomas Barsch [00:06:55]:
Und die breite Masse auszurollen, auch, ich sage mal, Babyboomer und so weiter, alle möglichst viele Menschen mitzunehmen, dass wir da auch eine gute Zukunft haben.

Stefan Unger [00:07:06]:
Das ist ganz spannend, wie du das beschreibst. Auch deine Formel finde ich gut. Ich sage so bei internen Transformationsdiskussionen immer, wir werden nicht durch die KI abgelöst, sondern wir werden durch Menschen abgelöst, die KI exzellent verwenden können. Für das, in dem sie gut sind. Und das geht ja ein Stück weit, wenn ich das interpretieren darf, in den Bereich der Arroganz, die du auch geschildert hast, uns in unserer Expertenperspektive immer als unfehlbar oder die Besten in unserem Fach unerreichbar zu positionieren. Ich glaube, das macht ganz viel aus. Es geht gar nicht notwendigerweise um das detaillierte Schulen, welches KI-Modell jetzt das bessere gerade ist oder welchen Benchmarks irgendwie unterwegs ist, sondern methodisch zu verstehen, philosophisch vielleicht, ich weiß, dass ich nichts weiß, wo liegen meine Grenzen und wie kann ich diese Grenzen verschieben durch den Einsatz von KI? Wo bin ich wirklich stark? Und ich habe das in meinem Job ganz häufig, wir müssen extrem viel Texte lesen, die aus der Politik kommen, um die zu verdichten, unseren Kunden Risikoanalysen, Einschätzungen abzugeben. Und natürlich kann ein Sprachmodell, was gut trainiert, es deutlich besser einen Text analysieren oder mir zumindest die Textzeilen aufzeichnen oder die Textteile aufzeigen, in denen ich vertieft nachlesen muss, als wenn ich mir diese 120 Seiten durchlesen muss.

Stefan Unger [00:08:26]:
Und dann muss ich von meinem hohen Ross herunterkommen der Anspruchshaltung, ich habe alles gelesen und alles verstanden. Das ist ja Quatsch. Ich kann ja nicht 120 Seiten eines Textes wirklich gut komprimiert behalten, sondern muss überlegen, wo kann ich meinen eigenen Wert maximalisieren, indem ich in der Konstellation aus KI und Mensch das Optimum raushole. Das heißt aber auch zu verstehen, was man nicht gut kann. Also zurück zu deiner Formel, ein Stück weit die Arroganz abzulegen, dass man selbst Meisterin, Meister von quasi dem ist, was man tut.

Thomas Barsch [00:08:56]:
Ich bin jetzt so ein bisschen, ich hau jetzt mal so die Buzzwords raus, wo ich mich sehr intensiv mit auseinandersetze. Das war früher GMV, gesunder Menschenverstand. Und heute sage Human Intelligence. Worin besteht die Human Intelligence, also die menschliche Intelligenz neben, mit der KI? Also was brauche ich da für Kompetenzen? Wie kann ich mich auch persönlich weiterentwickeln mit KI? Und ich merke das, also jetzt bin ich mal bei mir, bin ich bisschen egoistisch? Nee, also Spaß beiseite. Ich habe festgestellt, wenn ich jetzt mit KI arbeite, egal jetzt mit welchem Modell, Meine Fragen werden besser, meine Fragen werden besser. Und ich habe das jetzt auch wieder, keiner schwenkt zu meinen Jungs, die werden auch besser im Fragen, weil dann sagen sie zu mir: „Mensch Papa, ich habe jetzt das und das, guck mal, was da rauskommt." Da sage ich: „Jetzt guck mal deine Frage an, die war zu ungenau." „Ja, du hast recht." Und damit bildet man auch schon eine gewisse Kompetenz aus, zu formulieren, was will man jetzt wissen? Also wie bringt man das dann auf den Punkt? Also das finde ich auch extrem wichtig und das ist natürlich auch eine große Herausforderung, das nie in die breite Masse zu bringen.

Stefan Unger [00:10:03]:
Ja, ich glaube, da kommt ganz klar diese Herausforderung oder dieser Anspruch an uns Menschen, dass wir dann gut sind, wenn wir auch gut in der Lage sind, uns selbst zu hinterfragen. Wir kennen dieses Phänomen in der KI, die KI, also ich spreche jetzt über Sprachmodelle, Chat-Anwendungen und Ähnliches, die Antworten sind ja immer irgendwie pleasing. Es sei denn, ich habe ganz explizit dafür gesorgt durch System-Prompts oder Ähnliches, dass das nicht der Fall ist. Aber einfaches, schnoddriges, ich frage da mal was und bekomme eine Antwort, die ist ja immer irgendwie schön und klingt immer irgendwie gut. Und ich glaube, dass unser Belohnungssystem das auch toll findet im Kopf. Ja Mensch, hatte ich eine gute Idee und die KI hat das weiterentwickelt, das übernehme ich jetzt einfach mal so. Aber am Ende des Tages auch mal Methoden sich anzueignen, das umzudrehen. Beispiel: Ich habe die nächste Reise, die wir planen, erst mit einem Reisebüro geplant und habe die Reiseroute dann mal mit KI verglichen.

Stefan Unger [00:10:51]:
Es war immer ganz toll, super Ideen und hier hätte ich noch 2, 3 Abkürzungen und Ähnliches. Und da habe ich einfach gefragt: Was sind die 5 Gründe, die gegen diese Reise sprechen? Kopfstand, einfach mal Dinge umdrehen, Dinge infrage stellen und dafür die Perspektivvielfalt nutzen. Ich glaube, das tun wir viel zu selten, viel zu häufig, vielleicht auch weil schnelllebig, weil schnelles Ergebnis, Zeitdruck, Arbeitsverdichtung, gehen wir diesen selbstreflektierten Weg nicht. Und vielleicht ist ja auch nicht bei jeder einzelnen Aufgabe notwendig, das kann ich schon nachvollziehen. Aber du sprachst ja von guten Fragen stellen. Das hilft, wenn man die richtigen Fragen stellt. Nicht die einfachen, sondern die richtigen. Und ich glaube, dass da viel auch Chance darin besteht, in der Transformation nicht, ich wiederhole mich, den Menschen beizubringen, wie sie KI nutzen, sondern wie sie reflektiert mit dem, was sie können, umgehen und wo KI da einen Platz findet.

Thomas Barsch [00:11:38]:
Absolut. Also das kann ich nur unterstreichen. Was natürlich ein großes, ist jetzt gesellschaftspolitisch ein großes Problem, ist, denke ich auch, diese Wahnsinnsinvestitionen in Startups. Die sind ja eigentlich schon fabelhaft, was dann für ein Startup bezahlt wird und so weiter. Und Was ich dann auch immer sehr kritisch auch betrachte, ist, dann wird ein Startup für ein paar 100 Millionen gekauft und wenn man ehrlich ist, im halben Jahr ist es eigentlich Schrott, kann man es wegwerfen, weil es schon wieder neue Modelle gibt. Aber das ist natürlich noch mal wieder eine andere Flanke, die ich da jetzt aufmache. Aber ich wollte es einfach mal ansprechen, die Geschwindigkeit, wie Entwicklungen vorangetrieben werden, auch jetzt gerade speziell in dem Bereich, das ist unfassbar. Jeden Tag kriege ich einen Newsletter, wo es wieder ein neues Modell, wieder was Spezifisches, wieder was Neues und so weiter.

Thomas Barsch [00:12:23]:
Und da sind, wenn man jetzt damit zu tun hat, kann ich mir schon auch vorstellen, dass dann auch Leute schon müde sind, bevor sie anfangen. Also weil einfach auch da zu viel auf einen zukommt und man muss da auch schon dann auch schon selektieren.

Stefan Unger [00:12:34]:
Ja, und ich glaube, da müssen wir uns auch ein bisschen entspannen, auch als diejenigen, die Entscheidungen über so was treffen. Nutze ich denn wirklich die letzten 10% Unterschied, die das neue Sprachmodell zum vorherigen macht? Ich würde sofort sagen: Nein. Ich muss dann gut sein, oder die größte Herausforderung liegt darin, unsere Use Cases auf das Thema KI anzupassen, zu überlegen, wo ist der Human in the Loop, die ganzen Transformationen intern zu machen. Und wenn ich das gut gemacht habe und das wirklich fliegt, dann kann ich am Ende auch schauen, ob ein anderes Sprachmodell mir noch mal die letzten 3, 4, 5% rausholt. Aber es ist ein bisschen wie beim Autofahren. Brauche ich ein Auto, was 250 km/h schnell fahren kann? Vermutlich nicht. Müsste gar nicht. Persönlich mag ich das gar nicht.

Stefan Unger [00:13:18]:
Will ich die nicht fahren? Ich muss es auch nicht können. Und immer das Allerschnellste, Beste zu haben, verklärt den Blick darauf, wie der eigene Umgang damit ist. Das heißt, ich glaube, die größte Transformationsherausforderung beim Thema KI ist nicht, den richtigen Dienstleister und das beste Modell zu finden, sondern sich selbst KI-ready oder KI-exzellent aufzustellen, um dann etwas zu implementieren. Und wer dann mit KI Wertschöpfung betreibt und das messen kann, der darf dann auch gerne down the line darüber nachdenken, ob man irgendwann Sprachmodelle oder Tools oder Ähnliches auch mal wechselt oder optimiert. Aber der Weg vorher ist viel größer und viel härter. Und ich glaube, die Magie passiert vorher und nicht bei der Frage des letztendlich aktualisiertesten Sprachmodells.

Thomas Barsch [00:14:04]:
Das war jetzt ein gutes Stichwort für mich. Steigen wir mal ein bisschen spezieller ein. Du hast es gerade schon so ein bisschen angedeutet. Digipool, also sprechen wir mal über die Branche. Was ist so deine Betrachtungsweise? Was hat sich geändert und was wird sich noch ändern für die Branche? Also zum Beispiel für den Branchenverband, für die Mitglieder der Digipool, also Politikberatung, Lobbys und so weiter.

Stefan Unger [00:14:27]:
Ich glaube, sehr viel. Wir sind in einem Bereich, der extrem mit Sprache umgeht. Und kleinen Schritt zurück, wir sprechen jetzt immer über KI und KI gab es schon lange, bevor ChatGPT das Licht der Welt erblickt hat, zumindest so, wie wir es quasi als einfache User nutzen. Trotzdem ist es ja so ein bisschen Pars pro Toto. Wir sprechen gerade über die großen Sprachmodelle oder Chatbot-Anwendungen von KI. Und das hat natürlich gerade in unserer Branche, die sehr sprachorientiert ist, eine große Veränderung gemacht. Von der Analyse von großen Dokumenten über Sentiment und Ähnliches, die jetzt einfach viel skalierbarer sind und uns mehr Möglichkeiten bieten. Ich komme schneller zu textlichen Ergebnissen.

Stefan Unger [00:15:06]:
Ich kann schneller eine Position zu Papier bringen. Aber auch zu Herausforderungen. Das, was sonst mich in meiner Arbeit ausgemacht hat, eben diese Papiere zu schreiben, das wird jetzt zumindest zum großen Teil unterstützt, mindestens mal durch KI gemacht. Ich glaube, dass wir eine Branche sind, in der sich die Geschäftsmodelle und die Implementierung von KI extrem verändern wird. Wir sehen den Streit auch. Ich kenne fast niemanden, der nicht irgendwie experimentiert, und dann ist das so ein bisschen so ein Kontinuum zwischen, ich probiere mal so ChatGPT, CustomGPT und arbeitet damit und macht die ersten Erfahrungen mit den Kunden, bis hin auf der anderen Seite zu etablierten Eigenentwicklungen in die eigene Umgebung, RAC-fähige Orchestrator-Chatbot-Lösungen. Und ich glaube, in diesem Spannungsverhältnis befinden wir uns, und wir als Digipol haben natürlich ein Stück weit die Gesamtbranche im Blick und wollen A) zeigen, was geht, machen sehr, sehr viele Praxistermine, in denen wir KI-Startups, aber auch anderen Organisationen die Möglichkeit geben, ihre Produkte, ihre Gedanken, ihre Ansätze vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Wir kommen aber auch zum Thema: Was sind Grenzen von KI? Denn wir sind ein textbasiertes Business.

Stefan Unger [00:16:15]:
Wir sind aber auch ein People's Business. Politik ist Menscheninteraktion. Und am Ende des Tages geht es auch ein Stück weit um Vertrauen, um Vertraulichkeit, um Beziehungen. Das heißt, wir machen auch klar, wo die Grenzen von KI sind und im Übrigen auch die Legitimität von KI zu Ende ist. Wenn KI eingesetzt wird, um Fake News zu verbreiten, um mit generierten Bildern, die nicht der Realität entsprechen, politische Stimmung zu machen, dann ist da eine Grenze überschritten. Und insbesondere ist die Grenze dann überschritten, wenn man gar nicht mehr erkennen kann, ob es sich um einen realen oder einen KI-generierten Inhalt handelt. Und da haben wir eine klare Richtlinie, dass wir sagen, es geht nichts ohne Human in the Loop an die politische Zielgruppe. Dazu haben wir uns committed.

Stefan Unger [00:17:02]:
Es gibt keine automatisierten, KI-generierten Inhalte, Kampagnen oder Ähnliches. Es gibt eine Kennzeichnung, wenn Dinge rein KI-generiert sind und nach draußen gehen. Und es gibt vor allen Dingen das Thema Verantwortung, dass auch das, was KI generiert, das am Ende durch einen Menschen verantwortet werden muss. Und da kommen wir auf ganz, ganz spannende Fragestellungen innerhalb der Politik, die wir vielleicht auch im Laufe unseres Gesprächs noch berühren werden.

Thomas Barsch [00:17:25]:
Gerade jetzt gutes Stichwort. Ich hoffe, das ist der richtige Begriff. Die Digipool hat ja auch so Ethikrichtlinien, oder? Oder ist es der falsche Begriff?

Stefan Unger [00:17:33]:
Nee, das ist— wir haben eine Richtlinie als Deutsche Gesellschaft für Politikberatung, der sich alle unsere Mitglieder verpflichten. Das ist der sogenannte Verhaltenskodex. Das heißt, immer wenn wir für Kundinnen und Kunden aktiv werden, dann benennen wir natürlich den Absender von Interessenvertretung. Das heißt, wenn ich für einen Kunden unterwegs bin, dann sage ich nicht, das mache ich als Stephan Unger von Miller Meyer Consulting, sondern das mache ich als Stephan Unger, ich komme von Miller Meyer Consulting und ich rufe Sie im Auftrag von Kunde XY. Und wir verpflichten uns auch zur Wahrhaftigkeit. Wir werden nicht mit falschen Zahlen argumentieren. Wir werden alles, was wir an Datenmaterial haben, auch fachlich unterlegen können. Und da gehört natürlich auch, und da schließt sich der Kreis, Stichwort KI, der verantwortungsvolle Umgang mit KI dazu.

Stefan Unger [00:18:16]:
Wir werden KI nicht nutzen, um Politikerinnenbilder zu faken oder um andere Dinge zu faken, um Eindrücke zu erwecken, die es nicht gibt. Da sind wir sehr klar in unserer Positionierung und das ist ein Stück weit auch natürlich, das hast du gesagt, eine ethische Haltung, die wir da an den Tag legen. Genau.

Thomas Barsch [00:18:33]:
Spannend. Gehen wir mal ein bisschen spezieller. Also wir waren ja jetzt vom Globalen, wir sind dann in die Branche. Wie sieht es jetzt bei euch, du hast schon ein paar mal so Use Cases angesprochen, wie sieht es jetzt müsst ihr bei Miller Meier Consulting aus? Wie ist da so ein, zum Beispiel, so ein typischer Arbeitstag?

Stefan Unger [00:18:49]:
Nicht den typischen Arbeitstag bei uns in der Branche, das hängt natürlich auch davon ab, auf welcher Ebene man im Unternehmen ist, aber viel ist natürlich Screening der politischen Situation, welche aktuellen Umfragen, Themen gibt es, welche Auswirkungen haben bestimmte Gesetzgebungsvorhaben auf unsere Kunden, also sehr viel textliche Analysearbeit. Ich mache so ein Beispiel, das betrifft mich jetzt gerade nicht, aber deswegen kann ich da auch offen drüber sprechen. Es gibt gerade das Apothekengesetz und natürlich schaut man, was sind die Folgen des Apothekengesetzes für unterschiedliche Formen von Apotheken, die auf dem Land, die in der Stadt, die, die viel Versandhandel machen, die, die eher stationär arbeiten. Und wenn man dann einen Kunden hat, der beispielsweise aus dem Apothekenbereich kommt, dann ist natürlich sehr viel Kundeninteraktion aufzuklären, was bedeutet das, was im Gesetz steht, für die jeweilige Kundengruppe der Apotheke in dem Fall. Und da sieht man natürlich gleich, wie man KI nutzen kann. Zum einen kommt man sicherlich schneller zu fundierten Ergebnissen, weil man einfach in einer höheren Geschwindigkeit mehr Quellen screenen kann. Man kommt vielleicht auch schneller zu eigenen Positionierungen, weil es natürlich viel leichter ist, einem KI-generierten, vorbereiteten Text dann den Feinschliff zu machen, als wenn man von einem weißen Blatt Papier startet. Und dazu haben wir im Unternehmen tatsächlich auch einen eigenen KI-Chatbot entwickelt, der mandantenfähig quasi mit Zugriff auf die bei uns gehosteten Daten europäisch in Azure, also alles sozusagen compliant, ist ein ganz, ganz wichtiges Thema bei uns in der Branche, uns dabei unterstützt, in höherer Geschwindigkeit und in zum Teil auch höherer Qualität die Leistung an den Kunden zu bringen, sodass bei uns, ich habe ja vorhin von so einem Kontinuum gesprochen, wir uns eher auf der, sagen wir mal, sehr intensiven KI-Seite befinden, ja, ganz, ganz regelmäßig das Thema KI und Umgang mit KI eine Rolle spielt.

Thomas Barsch [00:20:32]:
Also das habe ich ja auch schon im Vorgespräch schon rausgehört, dass ihr da ganz gut unterwegs seid. Wir haben gerade gesprochen von den Richtlinien von der Digipol. Du hast gesagt Mandanten, finde ich auch sehr, sehr spannend. Also das kommt, ist ja dann eine weitere Ebene, wenn ich jetzt mehrere Mandanten habe, dass die natürlich auch getrennt sind. Die Daten sind getrennt, die Daten werden nicht zum Lernen verwendet, irgendwie in den USA und so weiter. Also gibt viele Aspekte. Was mir aber auch besonders gut gefällt, ist, Dass jeder Mandant ja auch noch irgendwelche Richtlinien und Kodexe hat, die dann wiederum individuell je Mandant unterschiedlich sind. Das finde ich sehr, sehr spannend, weil das ja auch so eine sehr, sehr hohe Spezialisierung ist in eurer Branche, dass man auch wirklich dann eins zu eins die Kundenbeziehung hat, die dann auch den Kunden abbildet mit dem, was er will und so weiter.

Thomas Barsch [00:21:23]:
Das finde ich sehr, sehr spannend. Und was ich jetzt auch noch erfahren habe, ihr habt ja auch zahlreiche Schnittstellen in die Welt hinaus. Ja, du hast es voll kurz angesprochen, also dieses, ich sag's mal, Analysing oder Monitoring von Themen. Also wenn es jetzt gerade ein Thema Apothekengesetze gibt, dass es quasi bei euch aufläuft, alles, was jetzt da auch von anderen und so weiter publiziert wird, dass ihr immer nah am Zahn der Zeit seid, ne? Ist das so richtig?

Stefan Unger [00:21:54]:
Das ist richtig, genau. Und das ist natürlich ein Geschäftsmodell, was wir auch vor KI schon hatten, nur in einer anderen Geschwindigkeit und in einer anderen, würde ich sagen, Reichweite. Und du hast wichtige Themen genannt, um jetzt ein bisschen technisch zu sprechen. In dem Mandatsbereich, wo ich für den Kunden Produkte erstelle mit einem dezidierten System-Prompt, der nur dafür gilt, alle Compliance-Anforderungen, alle inhaltlichen Anforderungen des Kunden abdecken, die sich nirgendwo anders auswirken. Das heißt, es ist gekapselt. Ich kann garantieren von der Art, wie das System aufgesetzt ist, dass es keine Vermischung von Kundeninteressen gibt, dass es keine Risiken für das Thema Compliance gibt. Und gleichzeitig, sage ich auch, haben wir eine Struktur entwickelt, wo diese Ergebnisse nie automatisiert, ohne dass ein Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin noch mal drüber geschaut hat, an den Kunden gehen können, weil wir eben auch sagen, wir übernehmen Verantwortung für die Inhalte. Und natürlich nutzen wir KI, KI, so ein Stück weit auch eine Erwartungshaltung, die inzwischen an uns gestellt wird, um schnell zu guten Ergebnissen zu kommen.

Stefan Unger [00:22:52]:
Aber am Ende sind wir diejenigen, die dafür Verantwortung übernehmen. Wir haben dann auch am Anfang überlegt, gibt es bei uns eine KI-Richtlinie und wollen wir uns lange mit einer KI-Richtlinie aufhalten? Dann hatten wir jemand im Unternehmen, der auf die smarte Idee kam, nee, das wollen wir nicht. Lass uns doch mal 10 Gebote formulieren im Umgang mit KI. Das merkt sich leicht, da kann man gut mit umgehen. Und wir haben gemerkt, das ist der richtige Weg, einfach auch flexibel zu bleiben, nicht lange über eine Richtlinie nachzudenken, sondern einfach zu sagen, übernimm Verantwortung. Nutze das Vier-Augen-Prinzip. Gib keine KI-generierten Dinge ohne Review raus. Nutze nicht vertrauenswürdige Daten, um sie in die KI einzugeben, wenn du Sorge hast, dass da etwas passieren kann.

Stefan Unger [00:23:26]:
Und solche Dinge haben wir versucht, sehr einfach zu implementieren, haben gemerkt, es ist viel leichter, als wenn wir jetzt mit 10 Seiten KI-Richtlinie und Beschreibung kommen. Denn wir wollen ja, dass die Menschen und vor allen Dingen unsere Kolleginnen und Kollegen die Tools, die wir zur Verfügung stellen, auch nutzen.

Thomas Barsch [00:23:39]:
Das fand ich jetzt eine super steile Vorlage. Sorry, wenn ich mal ein bisschen springe, aber eure 10 Keimgebote, nenne ich sie jetzt einfach mal. Das ist ja sicherlich ein spannendes Thema, weil wir haben ja noch mehr vor. Wir wollen ja auch noch einen Livestream mal machen, wo dann auch Interaktion stattfindet, wo auch Zuhörer Fragen stellen. Ich nehme das mal mit. Ich nehme mal eure 10, 12 Gebote mit und da sprechen wir dann live noch mal drüber. Du hast jetzt gerade 4 oder 5 schon genannt. Die, die mehr wissen wollen, müssen sich dann natürlich einschalten.

Thomas Barsch [00:24:06]:
Also wir publizieren natürlich dann auch sowohl den Podcast demnächst und aber auch dann den Termin für den Livestream. Ich würde jetzt noch mal ein bisschen, noch zwei Dinge hätte ich noch auf meiner Agenda für heute. Wie siehst du denn die Zukunft?

Stefan Unger [00:24:19]:
Ich habe ja vorhin schon bisschen was zur Zukunft gesagt. Ich glaube, wir sprechen jetzt gerade über so eine vielleicht relativ kurze Phase, wo alle über KI sprechen und sich die große Frage stellen, wo sind wir an diesem Hype Cycle gerade eigentlich? Sind wir im Tal der Tränen oder sind wir schon raus? Wie gehen wir mit unseren Use Cases um, wo wir auch eine Spreizung haben? Was darf ich überhaupt? Ich meine, das haben wir im Vorgespräch auch gesagt, so eine Mitarbeiterin in einem Ministerium hat natürlich einen ganz anderen Zugang als in kaum einen Zugang zu KI-Tools, verglichen jetzt mit den Kolleginnen und Kollegen bei uns beim Normalconsulting, die ein implementiertes Tool zur Verfügung haben. Ich glaube, diese Spreize muss man versuchen, irgendwie kleiner zu bekommen. Und dann ist meine Zukunftsvision schon, dass in extrem vielen Dingen von vornherein KI-Teile enthalten sein werden, ohne dass wir es vielleicht automatisiert merken. Das heißt, mein Ansatz wäre auch, die technische Entwicklung wird fortschreiten und ich bin ja auch nicht der Techie, das hast du am Anfang gesagt, deswegen gucke ich ja darauf, was machen wir Menschen damit? Wir müssen uns auf das konzentrieren, was den Umgang damit angeht, also auch die Transformation von uns als Menschen in der Arbeit, als Userinnen und User und wie wir reflektiert mit diesen Tools umgehen und wo wir auch Grenzen ziehen, was wir dann vielleicht nicht mit den Tools machen. Ich finde es ganz spannend. Neulich mal so ein Paradox gelesen, ich weiß gar nicht mehr, welchen Bericht es war, wo es um die Frage geht, wofür nutzen wir eigentlich im Privaten KI? Und da ist viel rausgekommen, dass wir das nutzen, um irgendwie Gedichte zu schreiben. Und das fand ich irgendwie lustig.

Stefan Unger [00:25:45]:
Also so was zutiefst menschlich Emotionales. Und das lagern wir an die KI aus. Das fand ich einen interessanten Punkt. Habe ich noch keine finale Meinung zu. Aber dass wir offensichtlich auch KI für Dinge nutzen, die wir eigentlich als Menschen so ganz gern machen, Musik, Bilder, Gedichte, die schönen Dinge, und gleichzeitig aber auch eine Debatte darüber führen, dass KI uns irgendwie so entmenschlicht, wo ich mir denke, naja, aber ein Stück weit sind wir natürlich auch selbst verantwortlich, wofür wir sie verwenden. Und ist es nicht schön, auch einfach mal selbst zum Musikinstrument zu greifen, um jetzt diesen Vergleich zu ziehen, oder selbst zum Pinsel zu greifen? Das ist eine Frage, die führt uns jetzt sehr metaphysisch ein Stück weiter, aber die wir vielleicht auch mitnehmen müssen. Und daraus schließe ich aber für die Zukunft: Wir als Menschen müssen einen sehr guten Umgang damit finden und auch eine Grenze finden. Wofür ist KI gut und was hilft sie mir? Wo erweitere ich auch meinen eigenen Horizont und wo sind eben auch die Grenzen?

Thomas Barsch [00:26:38]:
Jetzt hast du quasi schon meinen letzten Punkt schon halb beantwortet. Also es geht darum, was müssen Menschen, Unternehmen heute tun? Vielleicht hast du da noch ein ein oder anderes Statement dazu. Also was würdest du Jetzt unabhängig von der Branche generell Unternehmen und Menschen empfehlen, wie sollen sie sich mit KI arrangieren, wie sollen sie damit umgehen?

Stefan Unger [00:26:59]:
Ich glaube, sie sollten diesen Technologiesprung, den wir gerade erleben, als Moment nutzen, sich selbst und ihr eigenes Geschäftsmodell, ihre eigenen Handlungsweisen zu hinterfragen und zu überlegen, was ist da von Domänenwissen, was ist so exklusiv, dass ich es auch morgen, übermorgen und den Tag danach noch monetarisieren kann, verkaufen kann. Und was sind Dinge, die, von denen ich jetzt weiß, dass sie vielleicht in 2, 3 Jahren einfach kompensierbar sind? Und sich darauf zu fokussieren, darin gut zu sein, wo sie sind. Und ich glaube, man ist dann stark, wenn man einen ganz klaren Markenkern hat. Auch das war eine Debatte, die wir, glaube ich, im Vorgespräch schon geführt haben, diesen Markenkern zu verstehen und dann im zweiten Schritt zu überlegen, wie kann KI mit dabei helfen, diesen Markenkern noch stärker herauszubilden? Wie unterstützt mich KI darin, ein guter Berater zu sein? Vielleicht, indem ich mich noch besser auf Gespräche mit Kundinnen und Kunden oder mit Politikerinnen und Politikern vorbereiten lassen kann, indem ich in so ein Sparring mit der KI gehe, damit ich als Person, als Berater besser werde, ist ja was völlig anderes, als wir vielleicht heute in der Arbeit machen. Das heißt, was würde ich empfehlen? Ärmel hochkrempeln, die Reflexionsbrille aufsetzen, sich hinterfragen, wo man steht, auch natürlich Expertise von außen holen, damit man das einmal für sich klar gezogen hat, um zu schauen, okay, und wie kann mir jetzt KI helfen, die Implementierung in Wertschöpfungsprozesse, um meinen Markenkern zu erhalten oder weiter auszubauen.

Thomas Barsch [00:28:18]:
Das war ein Schlusswort fast, ne? Stefan, vielen, vielen herzlichen Dank. Mir hat es Spaß gemacht. Ich fand es sehr inspirierend, sehr bereichernd. Ich freue mich drauf und ich wünsche dir eine schöne Zeit und wir sind ja im Kontakt und wir sehen uns dann tatsächlich auch beim Digital Breakfast, Datum Sind wir gerade noch am Koordinieren. Schön, dass du da warst. Ich wünsche dir eine gute Woche und starte schön in den Frühling.

Stefan Unger [00:28:42]:
Ich wünsche dir was. Tschüss. Ja, vielen Dank. Vielen Dank für das Gespräch. Ich freue mich auf den nächsten Austausch.

Thomas Barsch [00:28:46]:
Mach's gut.

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